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Jeder von uns hat seine persönlichen Lebensthemen ...

  • Gewohnheiten, die man seit Jahren verändern will, aber es nicht schafft.
  • Selbstzweifel, weil man sich selbst nicht so annehmen kann, wie man ist.
  • Schmerz, der so groß ist, dass man ihn kaum ertragen kann.
  • Ohnmacht, weil man Not sieht, aber nicht weiß, wie man helfen kann.
  • Sinnfragen, die einen immer wieder zweifeln lassen.
  • Resignation, weil doch alles sinnlos erscheint.
  • Angst, weil man weiß, dass man sterben wird.
  • ...

Kurze Einführung zur Website

Mit dieser Website möchte ich einen möglichen Denkansatz vorstellen, mit dem man sich seinen Lebensthemen zuwenden kann.

 

Es ist mein persönlicher Denkansatz - entstanden durch Erfahrungen, Krisen und Freuden, beeinflusst durch andere Denkansätze, philosophische Strömungen und Glaubensrichtungen. Manches davon habe ich irgendwann einmal irgendwo gelesen oder gehört, über manches habe ich eher zufällig nachgedacht, manches entstand im Gespräch mit Freunden, manches habe ich im eigenen Leib und Geist gespürt.

 

Das heißt: Ich verkünde weder eine allgemeingültige Wahrheit, noch etwas völlig Neues, noch repräsentiere ich damit irgendeine/n Glauben, Religion oder Schule. Niemals gibt es nur einen Weg. Jeder Mensch geht seinen eigenen - und dies ist einer der möglichen. Ein Vorschlag, nicht mehr.

Grundannahme Lebensthema

Der vorgestellte Denkansatz geht davon aus, dass jeder Mensch bestimmte Themen in seinem Leben hat, mit denen er sich auseinander setzen muss. Werden diese Themen verdrängt, kommen sie im Laufe des Lebens immer wieder (oder auch im Laufe mehrerer Leben, wenn man an Wiedergeburt glaubt). Mal schwächer, mal stärker erscheinen sie an der Oberfläche; manchmal spitzen sie sich zu, manchmal sind sie fast vergessen.

 

Erst wenn die Themen bearbeitet und verarbeitet sind, man sich also weiterentwickelt und eine gewisse (spirituelle) Reife erreicht hat, sind sie abgehakt. Dabei ist der eine Mensch nicht besser oder schlechter als der andere, sondern auf dem langen individuellen Weg, den wir alle gehen müssen, eben nur schon ein paar Schritte weiter.

 

Das ließe sich beispielsweise mit unserem Schulsystem vergleichen: Man lernt Fähigkeiten und Kenntnisse, übt sich an Herausforderungen, wächst geistig, erledigt Aufgaben und stellt sich den erforderlichen Prüfungen. Und immer erst dann, wenn ein Thema, ein Abschnitt (in dem Beispiel also eine Klassenstufe) bearbeitet und abgeschlossen wurde, ist das Thema erledigt. Sprich: Wer es verdrängt, seine Aufgaben erledigen zu müssen, wird womöglich hin und wieder eine Klassenstufe wiederholen - so lang, bis die Aufgaben bearbeitet und die Klassenstufe erfolgreich abgeschlossen wurde.

 

Dabei sind die Lebensthemen nicht von einem Schicksal ausgewählt worden, sie sind keine Strafe Gottes. Sondern sie sind einfach. Genauso, wie wir uns mit bestimmten körperlichen Krankheiten oder Veranlagungen auseinander setzen müssen, so gibt es auch geistige, seelische und spirituelle Themen, die scheinbar zu uns gehören.

Mögliche Erklärungen für individuelle Lebensthemen

Warum ein Mensch nun ausgerechnet diese seine Themen mit sich herumtragen muss, das lässt sich nicht beantworten, doch Möglichkeiten gibt es viele:

 

  • Psychologisch betrachtet sind es vielleicht frühkindliche oder gar vorgeburtliche Erfahrungen und Traumata, die wir noch nicht aufgearbeitet haben und die dazu geführt haben, dass wir beziehungsunfähig, selbstzerstörerisch, ängstlich oder aggressiv geworden sind.
  • Verhaltensbiologisch betrachtet sind es vielleicht Urinstinkte und Urängste, die uns im Laufe der Evolutionsgeschichte immer noch anhaften und deren wir uns nun, als vernünftig denkende Menschen, erstmals bewusst werden.
  • Pädagogisch betrachtet sind es vielleicht Repräsentationen und Manifestationen von Themen unserer Gesellschaft, durch die wir sozialisiert und kulturell geprägt wurden und die auch unser Selbstbild bestimmen. Dabei geht es auch darum, welche Werte, Glaubensansätze, Verhaltensweisen, Schönheitsideale, Lebensziele usw. ich als richtig oder falsch ansehe. Mich damit auseinander zu setzen, stellt also eine Art Lern- und Reflexionsprozess dar.
  • Spirituell betrachtet sind es vielleicht Themen aus bereits früheren Leben, die sich fortsetzen. Oder abstrakt gedacht: Vielleicht sind es Energien aus früheren Daseinsformen, die ins Ungleichgewicht gekommen sind und deren Gleichgewicht nach und nach wiederhergestellt wird, ähnlich einem Heilungsprozess.

 

Wenn man genau hinschaut, kann man feststellen, dass diese möglichen Antworten sich nicht zwangsweise widersprechen. Sie stellen eher unterschiedliche Perspektiven dar, unterschiedliche Blickwinkel, und ergänzen sich mitunter sehr gut.

Positiver Umgang mit dem eigenen Lebensthema

Aufgaben, Bearbeitungen, Reifungsprozesse; etwas, das immer wiederkommt und uns einfach nicht in Ruhe lassen will - das klingt sehr anstrengend und nach Arbeit. Wir sind froh, wenn wir die Schule hinter uns haben, und nun klingt es so, als würde das Schulsystem ewig so weitergehen. Ist das nicht furchtbar?

 

Tatsächlich kann man das Ganze aber auch als Chance betrachten und positiv damit umgehen. Dazu vielleicht einige Gedanken-Beispiele, wie sie der ein oder andere wohl kennt:

 

  • "Seit sechs Jahren schon nehme ich mir immer und immer wieder vor, doch endlich mal etwas pünktlicher zu sein und nicht immer die notorischen 5 Minuten zu spät zu kommen. Kann das denn überhaupt sein? Wieso fällt mir das so schwer?"
  • "Sie hat mich auf's Übelste betrogen und verletzt. Mein ganzes Leben wurde so erschüttert, dass ich sogar an Selbstmord dachte. Wie konnte sie das nur, ausgerechnet mit ihm? Ich weiß nicht, ob ich jemals wieder in meine Mitmenschen und das Leben vertrauen kann."
  • "Immer wieder kommt es vor, dass ich nachts aufschrecke, und eine Panik durchfährt meinen Körper. Ich werde sterben. Ich weiß es. Irgendwann. Mein Körper ist vergänglich, er wird erkalten und zerfallen und ich werde aufhören zu existieren. Für immer. Das erste Mal ist mir das bewusst geworden, als ich 9 Jahre alt war. Ich habe damals sehr geweint."

 

 

Alle diese Gedanken beschäftigen sich mit unterschiedlichen, individuellen Lebensthemen: mit Gewohnheiten, mit Schmerz, mit Angst. In den Aussagen erkennt man jedoch, dass die entsprechenden Personen es sich nicht bewusst sind, dass es hier um ein Lebensthema geht. Sie fühlen nur ihr negatives Empfinden und setzen sich nicht reflektierend mit diesem Empfinden auseinander. Genau darin besteht aber die Chance.

 

Ein Lebensthema braucht Zeit. Deshalb heißt es auch Lebens-Thema und nicht etwa Jahres- oder Wochenthema. Was sind sechs Jahre bezogen auf ein ganzes Leben? Bezogen auf mehrere Leben? Bezogen auf die Zeit des Kosmos? Und trotzdem sind wir ungeduldig. Wir haben ein Problem, eine auswegslose Situation, ein schreckliches negatives Gefühl - und wir wollen am liebsten, dass es sofort aufhört. Doch alle Prozesse brauchen Zeit und können nicht auf Knopfdruck passieren: Lern- und Reflexionsprozesse, Reifungsprozesse, Heilungsprozesse. Diese Zeit sollten wir uns selbst zugestehen. Wir sollten geduldig und nachsichtig mit uns selbst sein. Wir sind nicht immer stark und nicht immer schnell, und das ist in Ordnung.

 

Ein Lebensthema ist unser Spiegel. Und was wir darin erblicken, ist nicht immer schön. Doch auch wenn wir uns vom Spiegel wegdrehen, ändert sich an dem, was wir gesehen haben, nichts. Es ist noch immer da und wird uns weiterhin belasten, auch wenn wir es nicht mehr sehen. Nutzen wir den Spiegel doch also lieber, um uns selbst zu erkennen, über uns selbst zu lernen, zu reflektieren (im wahrsten Sinne). So erhalten wir die Möglichkeit, zu reifen und zu wachsen und gestärkt daraus hervorzugehen.

 

Ein Lebensthema gleicht einer Geburt. Es kann anstrengend und schmerzhaft sein und manchmal länger dauern als erhofft. Es ist ein Prozess, der - einmal begonnen - auch zu Ende gebracht werden muss. Während des (natürlichen) Geburtsvorganges kann man nicht mehr sagen: "Ich hab's mir anders überlegt. Ich möchte doch nicht." Aber ich muss nicht in Selbstmitleid versinken (außer genau das ist mein Lebensthema). Ich kann auch die Perspektive wechseln, die Herausforderung annehmen und mich auf das kleine Wunder freuen, das danach kommt. So wird der Schmerz ein wenig erträglicher und es entsteht Sinnhaftigkeit.

 

 

 

Statt zu fragen: "Warum begegnet mir dieses Problem immer und immer wieder?" - also zum Beispiel: "Warum scheitern meine Beziehungen immer und immer wieder?", "Warum muss ich mich immer wieder mit Krankheiten herumschlagen?", etc. - können wir diese wiederkehrenden Probleme und Fragen als unsere Lebensthemen erkennen. Damit hören wir auf, uns gegen das Problem / die Frage zu wehren, es nicht wahrhaben zu wollen, wütend darauf zu sein.

 

Wir fangen an, es als unser Lebensthema anzunehmen, zu akzeptieren, uns selbst Zeit (eventuell auch die Zeit unseres gesamten Lebens) dafür zu geben, es als einen Entwicklungsprozess zu begreifen. Wir erlangen eine positivere Sichtweise darauf, können das Problem immer besser "von außen" betrachten, reflektieren, und nach und nach den Umgang damit lernen - bis es schließlich irgendwann bearbeitet ist.

Beispiele möglicher Lebensthemen

Oben in der Menüleiste können Sie sich nun weitere Gedanken zu unterschiedlichen möglichen Lebensthemen anschauen. Es sind nur Beispiele möglicher Lebensthemen. Tatsächlich hat jeder einzelne seine ganz persönlichen, individuellen Themen und die Liste ist somit unendlich. Außerdem bestehen natürlich viele inhaltliche Verknüpfungen.

 

Ich freue mich, wenn ich Ihnen mit dieser Website positive Anregungen und Denkanstöße mitgeben kann. Einige Quellen, die sicherlich als Gedanken mit eingeflossen sind, habe ich oben rechts unter "Bücher und Links" aufgeführt. Wenn Sie mich kontaktieren möchten, Anregungen haben oder Ihre eigene Geschichte beisteuern möchten, nutzen Sie doch bitte die Kontaktdaten im Impressum (ganz unten links).